Das unersetzliche Gut

von Jenny Friedrich-Freksa

Geht uns das Wasser aus? (Ausgabe III/2022)

- Foto: Mustafah Abdulaziz

Am Strand von Mount Martha, Australien. Foto: Mustafah Abdulaziz


Auch in diesem Jahr wird es irgendwo eine katastrophale Überschwemmung oder verheerende Dürre geben, wahrscheinlich beides. Wir werden erfahren, dass der Klimawandel an diesen Ereignissen maßgeblich beteiligt ist, und wir werden wissen, dass wir das eigentlich längst wissen, aber trotzdem nichts getan haben. Viele der derzeit größten Verwandlungen unseres Planeten betreffen das Wasser auf der Erde. Das Eis an den Polen schmilzt, Meere vermüllen, Trinkwasser verschmutzt, und Ökosysteme, in denen Wasser eine zentrale Rolle spielt, drohen zu kippen, oder sind bereits gekippt.

Wir interessieren uns in dieser Ausgabe für den Menschen und sein Verhältnis zum Wasser. Es ist eine uralte Geschichte; in allen Religionen und Kulturen ist Wasser wichtig, viele Dichterinnen und Dichter haben seine Schönheit und Reinheit besungen. Wie kommt es, dass wir Menschen uns so stark von dieser für uns so lebenswichtigen Ressource entfremdet haben? Und welche Wasserprobleme von heute lassen sich mit altem, welche mit neuem Wissen lösen?

„Viele der derzeit größten Verwandlungen unseres Planeten betreffen das Wasser auf der Erde“

Wir haben die Schriftsteller A. L. Kennedy, Ben Okri und Katerina Poladjan gebeten, für uns Texte über das Wasser zu schreiben. Wir haben mit der Wasserforscherin Aditi Mukherji aus Neu-Delhi darüber gesprochen, ob Wasser wirklich knapp wird oder ob wir nur schlecht damit wirtschaften. Und wir haben Menschen überall auf der Welt nach ihrem Verhältnis zu Wasser gefragt – die Surferin Suthu Magiwane aus Südafrika ebenso wie Fischer am Viktoriasee in Uganda, die Bäuerin Máxima Acuña de Chaupe in den peruanischen Anden oder die kasachische Ökologin Zauresh Alimbetova, die für die Rettung des Aralsees kämpft.

„Jede Ader, jeder Muskel ist aufgewacht“, schreibt der argentinische Autor Leo Boix über das Schwimmen. „Das Blut fließt schnell, während mein Körper driftet...“ Jetzt ist Sommer, und viele von uns driften irgendwo draußen im See, im Fluss oder im Meer. Es wäre gut, sich auch den Rest des Jahres an das unersetzliche, herrliche Wasser zu erinnern.


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