Chinas Unruheprovinz

Freie Zeit. Was Menschen tun, wenn sie nichts zu tun haben (Ausgabe IV/2009)


Die Uiguren sprechen von einer friedlichen Kundgebung, die nach brutalen Repressionen der Sicherheitskräfte in Krawalle umgeschlagen sei. Peking dagegen spricht von einer gezielten Provokation, die von Exil-Uiguren aus dem Ausland gesteuert gewesen sei. Wir werden nicht sagen, wer recht hat. Wir begnügen uns mit der Feststellung, dass die jüngsten Aufstände in Tibet und in der Xinjiang-Region eines deutlich machen: die Verzweiflung von Volksgruppen, die durch die Einwanderung von Han-Chinesen zu Minderheiten gemacht werden und deren Sprache und Kultur von den neuen Siedlern verachtet werden.
LE MONDE (Paris) vom 09.07.2009

Ernsthafte Vor- und Ratschläge sind uns willkommen. Aber mit dem Finger auf uns zu zeigen und Konflikte anzustacheln, ist beschämend.
GLOBAL TIMES (Beijing) vom 10.07.2009

Xinjiang existiert nicht. Fast ein Jahrhundert lang hat China alles getan, damit die Welt diese große und einstmals pulsierende muslimische Region vergisst. Wie Arthur Conan Doyles „Vergessene Welt“ ist sie praktischerweise der Welt entfallen, auch den zahlreichen muslimischen Nachbarn Chinas wie der ganzen muslimischen Welt.
Aijaz Zaka Syed in ARAB NEWS (Dschidda) vom 17.07.2009

Erfreulich ist, dass die chinesischen Zeitungen und Fernsehsender (wenn auch etwas einseitig) anders als in den Neunzigerjahren unter ähnlichen Umständen längere Berichte über die Unruhen bringen und auch die Toten nicht ignorieren. Auch wenn die Meldungen aus Xinjiang die Nachrichten nicht anführen, wie man erwarten könnte.
Kristof Decoster in DE STANDAARD (Brüssel) vom 09.07.2009



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