Fitnessphilosoph

Toleranz und ihre Grenzen (Ausgabe III/2007)


Angefangen habe die Philosophie im Gymnasium, behauptet Diego Melero, 46 Jahre alt, studierter Soziologe und erklärter „Physiokulturist“. Seit April 2007 bietet der Unidozent in der Galerie „Belleza y Felicidad“ (Schönheit und Zufriedenheit) in Buenos Aires wöchentliche Fitnesskurse an, bei denen er über Philosophie und Staatskunde doziert. Jede Sitzung kostet 40 Pesos, etwa 10 Euro, wie in anderen Fitnessclubs auch, und widmet sich jeweils einem Denker, zum Beispiel Platon, Hobbes oder Weber. Die Musik kommt bei alledem auch nicht zu kurz: schwitzen zu Madonna, dehnen zu Techno, diskutieren zum Haydn-Klavierkonzert.

Vielleicht macht diese Form, Körper und Geist zu trainieren, bald weltweit Schule: Melero, der seit acht Jahren „alles mischt“ und vor ein paar Jahren mit „politischen Tees“ Gesprächs- und Politikinteressierte anzog, wurde mit seinen Sportkursen zur diesjährigen documenta in Kassel eingeladen. In Argentinien gibt es mittlerweile schon etwas Neues: Die Galeristin von „Belleza y Felicidad“ bietet Yoga vor Ausstellungsstücken an, „um Kunst mit dem Körper zu spüren“.



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