Neuland

Inseln. Von Albträumen und Sehnsüchten (Ausgabe II/2014)


Vulkanausbrüche: wenn sich Magma in großer Tiefe sammelt, bricht irgendwann ein unterseeischer Berg aus dem Wasser hervor. So werden neue Inseln geboren. Auf diesen sind zunächst weder Pflanzen noch Lebewesen zu finden. Die organische Besiedlung auf den Inseln erfolgt durch den Transport von Samen, Eiern und Larven über das offene Meer. Im Falle Hawaiis dauerte es mehr als zwanzig Millionen Jahre, bis Leben auf die Insel kam.

Plattenverschiebung: einem Mythos der Samurai zufolge haben die Götter einmal eine Klinge ins Meer getaucht. Beim Herausziehen fielen vier große und viele kleine Tropfen zurück ins Meer: die japanischen Inseln. Die Wissenschaft hat eine andere Erklärung: Bei einer Plattenverschiebung bewegt sich wegen der heißen Temperatur die äußere Schale der Erde. Diese besteht aus Erdkruste und oberstem Erdmantel. Es kann passieren, dass sich die ozeanische Platte unter den Kontinent schiebt. Dicke Schichten von Meeresablagerungen werden aufgetürmt, eine Insel entsteht. Kreta (im Bild) ist ein Beispiel für die sogenannte Subduktion der ozeanischen unter die kontinentale Kruste. Stoßen hingegen zwei ozeanische Platten aufeinander, wird Magma freigesetzt. Es entsteht ein vulkanischer Inselbogen wie auf den philippinischen Inseln.

Meeresspiegelschwankungen: vor 35.000 Jahren hatte der Meeresspiegel ein ähnliches Niveau wie heute. Vor etwa 16.000 Jahren lag er jedoch um 130 Meter tiefer. Damals gehörte England zum Festland und die Seychellen waren eine zusammenhängende Landmasse. Seit am Ende der letzten Eiszeit der Meeresspiegel anstieg und Erhebungen in Küstennähe umspült wurden, sieht man nur noch die Kuppen der versunkenen Hügelländer (auf dem Bild die Stockholmer Schären). Diese sichtbaren Spitzen hatten keine Landverbindung mehr zur Küste und waren fortan Inseln. So lässt das Schwanken des Wasserstandes Inseln entstehen und verschwinden.

Korallen: an den Flanken eines unterseeischen Vulkans können sich in den Tropen und Subtropen Korallen ansiedeln. Im Laufe der Zeit wird die Spitze des Vulkans vom Wasser abgeschliffen. Das Vulkangestein erodiert auch schneller, da es weicher ist als der Kalkstein der Korallen. Zurück bleibt eine ringförmige Koralleninsel, das Atoll. Atolle sind zum Beispiel die Südseeinseln Tahiti und Tonga. Die Malediven bilden einen Staat, der ausschließlich aus Atollen besteht. Viele dieser Atolle besitzen nur eine kleine Landfläche und sind unbewohnt.

Zusammengestellt von Clara Heinrich



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