92% der Kolumbianer wollen ein besseres Bildungssystem

kommentiert von Juan Álvarez

Schwarz-Weiß-Denken (Ausgabe II/2022)

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Während einer Demonstration in Bogotá im Jahr 2015 hält ein Demonstrant ein Schild mit der Aufschrift "Die Bildung stirbt" in der Hand. Foto: Guillermo Legaria/AFP via Getty Images


Unter den vielen traurigen Zahlen des aktuellen Berichts des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) sticht eine hervor: 92 Prozent der kolumbianischen Bevölkerung halten die Bildungschancen in ihrem Land für ungerecht verteilt. Und dieser Unmut manifestiert sich auch auf den Straßen: Erst im vergangenen Jahr riefen Gewerkschaften und Arbeitnehmerverbände zu einem Generalstreik auf.

Obwohl dieser sich eigentlich gegen eine geplante Steuerreform richtete, schlossen sich Hunderttausende junge Menschen den Protesten an und verwandelten sie in eine Art „soziale Explosion“. Ihre Forderung: kostenlose und hochwertige öffentliche Bildung. Der Grund für die Unzufriedenheit der Menschen ist dabei einfach erklärt. Viele von ihnen merken, dass die Qualität der öffentlichen Bildung im internationalen Vergleich stark zu wünschen übrig lässt.

Die schlechten Ergebnisse der letzten SABER-11-Prüfungen, die dem deutschen Abitur entsprechen, belegen das. Und selbst für den heimischen Arbeitsmarkt reicht die Qualität der Bildung, die derzeit in Kolumbien angeboten wird, oft nicht aus, um echte Teilhabe zu ermöglichen.



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