Foto: Lucio Arese
Dynamische Farbspektren, die sich in komplexen Formen auf dem Bildschirm entfalten und Betrachter in einen beinahe hypnotischen Bann ziehen: Der italienische Künstler Lucio Arese verwandelt Vogelgesang in 3D-Strukturen. „Der Unterschied zu herkömmlichen Musikvisualisierungen besteht darin, dass das Bild keine Ergänzung zum Ton darstellt. Ton und Bild sind ein und dasselbe“, erklärt er.
Seine Kunst teilt Arese auf seiner Website und auf Instagram. Immer wieder erhalte er dort Rückmeldungen von Menschen mit Synästhesie, die berichten, dass die Visualisierungen dem ähneln, was sie beim Hören von Klängen innerlich wahrnehmen. Areses Ansatz ist interdisziplinär und verbindet Kunst und Wissenschaft. Inzwischen arbeitet er mit dem Nencki-Institut für Experimentelle Biologie in Polen zusammen. „Ich ermögliche es Forschenden, Daten auf neue Weise zu betrachten.“ Er mache Muster sichtbar, die sonst nicht erkennbar wären.
In Zukunft möchte Arese auch Walgesänge und Nagetiergeräusche visualisieren. Ist das Projekt also der nächste Schritt auf dem Weg, Tiere zu verstehen? „Nein“, sagt Arese ganz klar. „Wir neigen dazu, Tiere zu vermenschlichen, indem wir annehmen, dass ihre Kommunikation wie unsere Sprache funktioniert, mit Wörtern und Grammatik.“ Das sei nicht der Fall. „Mein Projekt ist keine Übersetzungsmaschine.“