Kulturkampf | Ukraine

Die Schuldfrage

Der ukrainische Soldat und Schriftsteller Artur Dron fordert, russische Autoren in Europa während des Krieges nicht mehr zu veröffentlichen

Der Autor Artur Dron diente drei Jahre lang in der ukrainischen Armee

Triggerwarnung: Dieser Text thematisiert sexualisierte Gewalt und Kriegsverbrechen
 

1.

Vier Jahre lang habe ich schlecht geschlafen. 

Als die Russen im Februar 2022 kamen, um uns Ukrainerinnen und Ukrainer zu töten, musste ich Verantwortung übernehmen und eine Waffe in die Hand nehmen, um meine Familie zu beschützen. Drei Jahre lang diente ich in der Infanterie der ukrainischen Streitkräfte. Ich wurde an der Front verwundet und verbrachte noch ein weiteres Jahr in Behandlung und Rehabilitation. In dieser Zeit schrieb ich ein Buch mit Augenzeugenberichten aus dem Krieg. Ins Deutsche übersetzt lautet der Titel: „Hemingway weiß nichts“. 

Ein halbes Jahr verging, dann interessierten sich nicht nur Menschen in der Ukraine für das Buch, sondern auch aus anderen Ländern. Ich unterzeichnete Verträge zur Veröffentlichung in zehn Ländern Europas. Einige Angebote lehnte ich allerdings ab aufgrund einer nur scheinbar rhetorischen Frage, die ich stellte: „Veröffentlichen Sie auch Russen?“

Russische Literatur mitten in einem Krieg zu publizieren, den Russland begonnen hat und bis heute weiterführt, ist eine offensichtliche Form der Kollaboration. Es ist absurd, russische Werke zu veröffentlichen, obwohl seit Beginn der russischen Invasion laut dem Menschrechtsbeauftragten des ukrainischen Parlaments allein 688 Kinder umgekommen sind, 2.392 Kinder verletzt und mindestens 23 Fälle von sexualisierter Gewalt gegen Kinder registriert wurden.

Doch es stellte sich heraus, dass diese Frage notwendig ist. Denn im zwölften Jahr des russischen Krieges gegen die Ukraine, im fünften Jahr der größten Invasion in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg, veröffentlichen einige in Europa tatsächlich noch immer Bücher von Russen. Ich hielt es für unmöglich, doch sie verstehen noch nicht, was das Problem ist.

„Es ist einfach zu glauben, dass ein Diktator und sein Regime den Krieg führen“

Meistens ist der Autor ein „russischer Oppositioneller“, ein „Schriftsteller im Exil“ oder ein „Kämpfer gegen das Regime“. Gebildete europäische Verleger begreifen nicht, dass all dies nur verschiedene Slogans für die Flucht vor den eigenen Taten und der eigenen Schuld sind. Während Ukrainerinnen und Ukrainer Verantwortung für ihre Familien übernehmen und sich den Mördern mit Waffen entgegenstellen, fliehen russische „Oppositionelle“, statt sich zu engagieren.

Viele verstehen nicht, dass diese Menschen selbst in der Emigration, oder auch mit neuer Staatsbürgerschaft, immer noch Vertreter der russischen Kultur sind. Solange das russische Volk nachts teilweise über siebzig Raketen auf ukrainische Städte abfeuert – und manchmal sogar bis zu 420 Drohnen in einer Nacht (!) –, müssen die russischen Kulturschaffenden isoliert werden.

Hier gibt es anscheinend noch ein weiteres Verständnisproblem. Es ist einfach zu glauben, dass ein Diktator und sein Regime den Krieg führen. Die Wahrheit ist schlimmer. Es ist das russische Volk selbst, das tötet. 146 Millionen Russen führen diesen Krieg. Sie haben für ihre Regierung gestimmt und stimmen weiterhin dafür, sie unterstützen die Machthaber, starten Raketen, töten Menschen, verbreiten Propaganda.
 

2

„Eine Mutter lief mit zwei Kindern ... Und dann haben unsere sie vor den Kindern erledigt. Umgelegt.“
„Na klar, sie ist ja auch ein Feind.“

Telefonat eines russischen Soldaten mit seiner Frau, abgehört vom ukrainischen Geheimdienst SBU am 07.05.2022.

Den Krieg führen Russen. Nicht ein einzelner Putin, nicht sein Regime und seine Ideologie – sondern das russische Volk. Man kann viel über „Putins Krieg“ sprechen, aber Putin selbst tötet keine ukrainischen Zivilisten, foltert keine Gefangenen und schneidet unbewaffneten ukrainischen Soldaten keine Ohren und Genitalien ab. Das tun gewöhnliche Russen.

Putin befahl ihnen, die Stadt Butscha einzunehmen. Aber in dieser Stadt ein Massaker anzurichten, Hunderte Zivilisten zu erschießen, die Straßen mit Leichen unschuldiger Menschen zu übersäen, das geschah auf Initiative – und offensichtlich zum Vergnügen – gewöhnlicher Soldaten. 

Unser Geheimdienst hört Tausende Telefonate der Besatzer mit ihren Verwandten ab. Soldaten prahlen mit den Gräueltaten, die sie in der Ukraine begehen, erzählen von Kindermorden und Vergewaltigungen von Frauen – und ihre Ehefrauen ermutigen sie oft sogar, etwa indem sie ihre Männer auffordern zu zeigen, „was ein wahrer russischer Mann“ sei.

Das sind keine Einzelfälle, keine Ausnahmen von der Regel. Das ist Alltag in diesem Krieg. Die Barbaren sind gekommen, um zu töten, zu plündern, zu vergewaltigen und dabei offensichtich Vergnügen zu empfinden. In diesem Moment foltern, vergewaltigen und erschießen gewöhnliche Russen unschuldige Ukrainerinnen und Ukrainer. Das russische Volk begeht diese Verbrechen mitten in Europa und weiß, dass es dafür nicht bestraft werden wird.

Wenn zivilisierte Länder auf die These von „Putins Krieg“ reinfallen, dann werden die russischen Bürgerinnen und Bürger tatsächlich ihrer Verantwortung entgehen. Und dann wird der Soldat die Geschichte über die Frau, die „vor den Kindern erledigt“ wurde, eines Tages seinem Sohn erzählen.

„Sie war ein Feind“, wird die Mutter ergänzen.

Und der Sohn wird mit diesen Gedanken aufwachsen. Und wird sich in Zukunft ebenfalls einen solchen Feind suchen. Vielleicht eine Polin statt einer Ukrainerin. Vielleicht eine Schwedin. Vielleicht eine Deutsche.
 

3

Jeder hat sein eigenes Schicksal
Und seinen eigenen weiten Weg,
Der eine baut, der andere zerstört,
Der eine schaut mit gierigem Blick
Über den Rand der Welt hinaus,
Ob es nicht irgendwo ein Land gibt,
Das man erobern und mit sich
Ins Grab nehmen kann.

Taras Schewtschenko, „Der Traum“
 

Es gibt noch weitere Beispiele: Die Anfrage an mich, an einem Literaturfestival teilzunehmen, zu dem auch ein Russe eingeladen wurde. Das Angebot von Verlagen, die während des Krieges eine Übersetzung aus dem Russischen oder ein Buch über einen russischen Militär veröffentlicht hatten.

Ich ging mit 21 Jahren an die Front, überlebte eine Verwundung und wurde mit 24 Jahren in die Reserve entlassen. Doch viele meiner Kameraden kehrten in Särgen nach Hause zurück. Diese Särge würden mir bis ans Ende meines Lebens im Traum erscheinen, sollte ich die Zusammenarbeit mit Russen tolerieren, während sie weiter töten. Alle Russen tragen Mitverantwortung für den Krieg mitten in Europa. Einige durch ihre Handlungen, andere durch ihre Untätigkeit. Denn jede Handlung und jede Untätigkeit hat Konsequenzen.

Die Veröffentlichung von Büchern russischer Autorinnen und Autoren und Auftritte auf Literaturfestivals während des Krieges verwischen den Unterschied zwischen Täter und Opfer. Deshalb lehnen viele ukrainische Schriftsteller solche Kooperationen ab. Zuerst müssen die Morde an Unschuldigen aufhören, erst danach kann ein Gespräch stattfinden.

Wenn Sie ein russisches Buch veröffentlichen, signalisieren Sie, dass ein Gespräch bereits möglich ist. Sie legitimieren die Mörder. Sie zeigen, dass man über Russen lesen, mit ihnen mitfühlen und über sie diskutieren kann. Wenn Sie eine Russin oder einen Russen zu einem Auftritt einladen, zeigen Sie: Irgendwo gibt es einen Krieg eines „Regimes“, aber hier gibt es gute Menschen, intelligente Menschen, die Kultur schaffen, denen man zuhören und mit denen man sprechen muss.

Aber gute Russinnen und Russen schließen sich den Verteidigungskräften der Ukraine an, um den Krieg zu stoppen. Statt literarische Gespräche zu führen, muss man zuerst diese Verbrechen stoppen. Um mit jemandem sprechen zu können, muss man zumindest am Leben sein.
 

4

Die Zeitschrift KULTURAUSTAUSCH, die Sie gerade lesen, ist Teil des Problems. Ich versprach, einen Artikel über die Unmoral der Veröffentlichung russischer Bücher während des Krieges zu schreiben. Und dann erfuhr ich, dass diese Zeitschrift selbst einen Artikel des Russen Oleg Kaschin veröffentlicht hat: „Wir haben eine Analyse zum Krieg in der Ukraine eines im Exil lebenden russischen Journalisten veröffentlicht“, sagte mir der Redakteur. 

Ein analytischer Artikel über den Krieg in der Ukraine von einem Russen! Ich dachte, so etwas könne man nur in einem absurden Traum erleben.

„Er ist oppositionell“, versuchte mich die Redaktion zu überzeugen. Schauen wir uns an, wie das in der Praxis funktioniert: Kaschin lebte bis 2016 in Russland, zahlte dort Steuern, mit denen Kriege finanziert wurden (Tschetschenien 1994, Georgien 2008, Syrien 2015, Ukraine 2014), und emigrierte dann nach London. Er wurde von den russischen Behörden zur Fahndung ausgeschrieben, später von der russischen Opposition auf eine Liste von „Kriegshetzern“ gesetzt und wurde schließlich auch von der Ukraine mit Sanktionen belegt. Also wem genau gegenüber ist er oppositionell und gegen wen kämpft er?

„Was erwarten Sie, wenn Sie einen Russen über den russischen Krieg schreiben lassen?"

Öffentlich sagte er, dass die Krim zwar unter Verletzung des Völkerrechts annektiert wurde, aber „alles, was ich über internationales Recht weiß, erlaubt mir nicht, es als irgendeinen ernsthaften Faktor zu betrachten“ (direktes Zitat aus seiner Kolumne auf seiner eigenen Website).

Ich öffne seinen Artikel auf Kulturaustausch.de. Das Wort „Putin“ wird 35-mal erwähnt, „Russen“ nur einmal. Putins Regime hat alles getan, Putin führt Krieg, Putins Diktatur, Putins Propaganda. Ein manipulativer Text – ein klassisches Beispiel für das Genre des „Putin-Krieges“. Aber was erwarten Sie, wenn Sie einen Russen über den russischen Krieg schreiben lassen?
 

5

Wovon träumen diejenigen, die mit Russen zusammenarbeiten? Wie geht es ihnen damit, zu wissen, dass Russen täglich Unschuldige töten, und dennoch ihr Buch zu veröffentlichen? Träumen sie von Wolodymyr Wakulenko, dem ukrainischen Kinderbuchautor, den Russen folterten und in einem Wald bei Isjum begruben? Oder von Wiktorija Amelina, die ein Buch über russische Verbrechen schrieb und bei einem russischen Raketenangriff starb?

Ruben, der Chefredakteur dieser Zeitschrift, sagte, dass er – solange er die Leitung des Magazins innehabe – bis zum Ende des Krieges nicht mehr mit russischen Autorinnen und Autoren zusammenarbeiten werde. Aber den Artikel von Kaschin werde er auch nicht löschen.

Meiner Meinung nach sollte die Redaktion ihn nicht nur löschen, sondern sich auch bei den Leserinnen und Lesern und bei den Ukrainerinnen und Ukrainern entschuldigen. Denn dieser Text widerspricht den Standards des Journalismus (er manipuliert Fakten, verschiebt die Verantwortung von den russischen Tätern auf einen einzigen Putin) und – was viel wichtiger ist – widerspricht der Ethik und dem Respekt vor den Opfern. Nach Angaben der UNO sind 15.000 ukrainische Zivilistinnen und Zivilisten von Russen getötet worden – und Sie veröffentlichen einen Artikel eines Russen, der öffentlich über das Völkerrecht lacht.

Ruben schrieb mir eine E-Mail und erklärte, dass er den Artikel nicht löschen würde, weil „sonst kein Dialog mehr möglich wäre, nur Akklamation“. Er gab mir allerdings die Freiheit, seine Entscheidung und den Text von Oleg Kaschin zu kritisieren. Während ich schrieb, verstand ich das Wichtigste: Lieber Ruben, Hans, Klaus, Emma, Elsa, liebe Deutsche. Wir müssen gar nicht über Kaschin sprechen. Sondern über eure Gefühle.

Ich höre oft, dass es Deutschen schwerfällt, den Boykott von Vertreterinnen und Vertretern der russischen Kultur zu verstehen. Ich glaube, weil sie ihn auf ihre eigene Geschichte beziehen. Sie denken dabei an ihre Großeltern: Was haben sie während des Zweiten Weltkriegs getan? Könnte es sein, dass sie Verbrechen begingen? Könnte es sein, dass sie schwiegen?

„Im Laufe von Jahren und Jahrzehnten wurde Deutschland zu einer der führenden Nationen des freien Europa“

Lieber Ruben, Hans, Klaus, Emma, Elsa: Ihr habt keine Angst, Kaschin die Stimme zu nehmen. Ihr habt Angst, eure Großmutter zum Schweigen zu bringen. Ihr glaubt, wenn ihr alle Russen für den Krieg verantwortlich macht, würdet ihr damit auch eure Verwandten zu Schuldigen an den Verbrechen des Zweiten Weltkriegs erklären. Aber das stimmt nicht. Der russische Krieg unterscheidet sich stark vom Zweiten Weltkrieg – die Russen versuchen seit Jahrhunderten, unser Volk zu zerstören, unter Dutzenden verschiedener Herrscher und unter verschiedenen Vorwänden. Deshalb ist es gefährlich, beides gleichzusetzen.

Aber es gibt Analogien, die man ziehen kann. Zum Beispiel bei der entscheidenden Bedeutung der Begriffe „Verbrechen eines Volkes“ und „kollektive Schuld“. 

So, wie ich es sehe, hat Deutschland einen enormen Weg zurückgelegt, der Bewunderung verdient. Das deutsche Volk erkannte: Nicht jeder Deutsche hat ein Verbrechen begangen, deshalb ist nicht jeder Deutsche schuldig. Aber jeder trägt Mitverantwortung für sein Volk. Diese Verantwortung bedeutet nicht Anklage, sondern eine Verpflichtung: zu verstehen, Reue zu zeigen, um Vergebung zu bitten und die Erinnerung an die unschuldigen Opfer weiterzutragen. Das ist eine enorme Arbeit.

Im Laufe von Jahren und Jahrzehnten wurde Deutschland zu einer der führenden Nationen des freien Europa. Zu einem verlässlichen Partner seiner Nachbarn. Zu einem Garant für Sicherheit.

Ruben, Hans, Klaus, Emma, Elsa: Eure Großmutter konnte davon vielleicht träumen. Aber dank der Anstrengungen eures Volkes ist es heute Wirklichkeit. Die Welt liest heute deutsche Schriftstellerinnen und Schriftsteller, schätzt deutsche Kultur und liebt deutsches Bier. Einen solchen Weg müssen auch die Russen gehen. Sie müssen die kollektive Verantwortung für diesen Krieg erkennen und die daraus entstehenden Verpflichtungen übernehmen: bereuen, um Vergebung bitten und die Erinnerung an die unschuldigen Opfer weitertragen. Dann – nach Jahren oder Jahrzehnten – wird es wieder ethisch sein, ein russisches Buch zu lesen oder russische Schriftstellerinnen und Schriftsteller einzuladen. Aber heute sind die Russinen und Russen davon noch unermesslich weit entfernt.

Der erste Schritt auf diesem Weg ist das Ende des Krieges, das Beenden der Morde und der Mut zu sagen: „Das ist unsere Verantwortung.“ Aber wie soll man mit jemandem sprechen, der noch dabei ist, dich zu töten? Solange das russische Volk Verbrechen begeht, muss es isoliert werden. Mördern schüttelt man nicht die Hand, denn sie ist voller Blut. Ihre Kultur muss unter Quarantäne stehen, wie der ukrainische Schriftsteller Ostap Slywynsky sagte.

Wenn der Krieg endet und Russinnen und Russen beginnen, auch nur ein Hundertstel Millimeter des Weges zu gehen, den das deutsche Volk gegangen ist, dann kann man vielleicht irgendwann beginnen, zumindest einen Teil ihrer Kultur ähnlich zu behandeln wie die deutsche. Dann wird ein Europäer oder eine Europäerin ihre Bücher veröffentlichen und mit reinem Gewissen schlafen können. Aber im Moment ist das Beste, was man tun kann: nicht mit Russinnen und Russen zusammenzuarbeiten und ihre Kultur zu isolieren – solange der Krieg andauert. Das ist etwas, das jeder Verleger und jede Kulturschaffende tun kann. Etwas, wofür es noch nicht zu spät ist. Solange Russen noch in der Ukraine töten, ist es für euch Europäerinnen und Europäer noch nicht zu spät.

Denn wenn der Krieg erst nach Deutschland kommt (russische Drohnen haben bereits den NATO-Luftraum verletzt, als sie nach Polen flogen), wird es keine Zeit mehr für Diskussionen in Kulturzeitschriften geben.
 

6

Siebzig Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, an dem mein Urgroßvater Fedir teilnahm, und sieben Jahre vor dem groß angelegten Krieg Russlands, an dem ich selbst teilnehmen musste, saß ich in der Universität und hörte eine Vorlesung über den Philosophen Karl Jaspers.

Den deutschen Denker, der den größten Beitrag zum Verständnis des Begriffs „kollektive Verantwortung“ geleistet hat. Sein Werk „Die Schuldfrage“ veröffentlichte er 1946. Nach dem Ende des Krieges. Und am Beginn eines neuen Weges seiner Nation.

Um zu erklären, warum russische Kultur während des Krieges isoliert werden sollte, ist es am besten, nicht mir das Wort zu geben, sondern dem Sohn des deutschen Volkes. Wenn man in einem Zitat von Jaspers von 1946 heute das Wort „Deutschland“ durch das Wort „Russland“ ersetzt, erhält man die Antwort: „Was im Namen Russlands getan wurde, macht alle Russen politisch verantwortlich.“ 

Die Russinnen und Russen müssen diese Verantwortung verstehen und den Weg der Reue beschreiten, damit ein Dialog mit ihnen möglich wird. Der erste Schritt ist das Ende des Krieges. Solange sie weiter töten, darf man ihnen nicht das Wort erteilen.
 

7

Möge jeder das träumen, was er verdient hat.

 

Aus dem Ukrainischen mit Hilfe von KI-Übersetzungsprogrammen

Nicht gefunden, wonach Sie gesucht haben?

KULTURAUSTAUSCH ist das Magazin für internationale Perspektiven. Es stellt internationale Kulturbeziehungen aus ungewohnten Blickwinkeln dar und nimmt Menschen und Regionen in den Blick, die in der deutschen Debatte nur wenig Gehör finden.

Renommierte Autorinnen und Autoren wie Serhij Zhadan, Fatou Diome, Liao Yiwu, Ibram X. Kendi oder Gioconda Belli kommen dabei ebenso zu Wort wie die Expertinnen und Experten des Alltags: von afghanischen Ärztinnen über Minenarbeiter in Kongo bis zu Rennfahrerinnen aus Katar.

KULTURAUSTAUSCH steht für Vielfalt, Dialog und einen Journalismus aus nächster Nähe. Herausgegeben vom ifa – Institut für Auslandsbeziehungen in Partnerschaft mit dem ConBrio Verlag.