Diese Karte von Mexiko erschien 1938 im US-amerikanischen Wirtschaftsmagazin „Fortune“. Während die Illustration eine eher heitere Atmosphäre vorgibt, weist der Text auf massive Wirtschaftsprobleme im Land hin
Carlos Merida / David Rumsey Map Collection
Cover der Zeitschrift „Jarida Adliyye“ (Istanbul 1926)
Justizministerium der Republik Türkei / Rumsey Map Collection
Früher hatte jeder ordentliche König eine Sammlung zum Protzen, heute haben Nationalbibliotheken eigene Abteilungen dafür: Karten transportieren Wissen und Macht, und wenn man etwas Fantasie mitbringt, kann man quasi mit dem Zeigefinger um die Welt reisen. Für alle, die keine prächtigen Originale zu Hause haben, hat der kalifornische Sammler David Rumsey freundlicherweise Abhilfe geschaffen. Über die Jahre trug er eine Vielzahl historischer Karten zusammen – und begann schon früh, seine Schätze über das Internet mit der Welt zu teilen. Die umfassende digitale Kollektion, die daraus entstand, ist heute der Stanford University angegliedert. Tausende Karten sind in höchster Auflösung und mit ausführlichen Metadaten verfügbar.
Wer sich auch nur oberflächlich damit befasst hat, wie sich die europäischen Kolonialmächte den Rest der Welt unterworfen haben, weiß, dass die Kartografie dabei eine zentrale Rolle spielte. Doch nicht nur die Europäer liebten Karten. Sie sind ein Lebenselixier für jedes ehrgeizige Staatswesen, sei es um Territorien zu sichern oder eine moderne Verwaltung zu etablieren. Der Autor Lewis Carroll spottete einst, die genaueste Karte sei ja jene im Maßstab 1:1. Das Problem bestehe allerdings darin, dass sie die Landschaft bedecke. Für den Hausgebrauch reichen vielleicht die hochauflösenden Digitalisate, die immerhin so gut sind, dass man sich eine Karte für über den Küchentisch ausdrucken kann.