Kurzbesuch | Kongo

Rumba-Bars

In Berichten über die Demokratische Republik Kongo geht es meist um Kolonialismus, Gewalt und Krieg. Doch wer durch die Straßen Kinshasas streift, der wird vor allem eines finden: Musik!

An jeder Straßenecke und in jeder noch so kleinen Kneipe treten Gitarrenspieler auf. Sie spielen den kongolesischen Rumba. Am besten lässt sich diese Musikrichtung mit Jazz vergleichen. Rumba-Songs beginnen traditionell mit einer Erzählung. Der Sänger klagt sein Leid, berichtet von seinem Herzschmerz. Dann steigert sich das Tempo und ein Gitarrensolo setzt ein. An diesem Punkt fängt das Publikum an zu tanzen.

Das kann richtig ausarten. Achtzigjährige bewegen sich plötzlich, als wären sie wieder zwanzig. Ich habe einmal gesagt, dass ich schreiben möchte, wie der kongolesische Rumba klingt. Damit meine ich, dass meine Bücher wild, aber auch taktvoll und politisch sein sollen. Die Texte der Sänger drehen sich immer um die Situation im Land. Jedem, der in den Kongo kommt, würde ich empfehlen: Schau in einer Rumba-Bar vorbei. Wer den Rumba versteht, der versteht meine Heimat. 

Nicht gefunden, wonach Sie gesucht haben?

KULTURAUSTAUSCH ist das Magazin für internationale Perspektiven. Es stellt internationale Kulturbeziehungen aus ungewohnten Blickwinkeln dar und nimmt Menschen und Regionen in den Blick, die in der deutschen Debatte nur wenig Gehör finden.

Renommierte Autorinnen und Autoren wie Serhij Zhadan, Fatou Diome, Liao Yiwu, Ibram X. Kendi oder Gioconda Belli kommen dabei ebenso zu Wort wie die Expertinnen und Experten des Alltags: von afghanischen Ärztinnen über Minenarbeiter in Kongo bis zu Rennfahrerinnen aus Katar.

KULTURAUSTAUSCH steht für Vielfalt, Dialog und einen Journalismus aus nächster Nähe. Herausgegeben vom ifa – Institut für Auslandsbeziehungen in Partnerschaft mit dem ConBrio Verlag.