Kampf gegen die westliche Verlagshegemonie
Der Autor Othuke Ominiaboh hat seinen eigenen Verlag gegründet, um die in Literaturszene Nigeria zu stärken.
Foto: Masobe Books
Afrikanische Verlage wie Masobe Books setzen sich zunehmend gegen die westliche Verlagshegemonie zur Wehr. Die Ära, in der afrikanische Schriftsteller vor allem Romane von Einwanderern schrieben und veröffentlichten, geht zu Ende. Die Geschichten, die heute von in Nigeria ansässigen Verlagen veröffentlicht werden, sind nigerianische Geschichten, die die nigerianische Realität widerspiegeln und nicht in erster Linie Erzählungen über Exil und Nostalgie sind, in denen Nigerianer mit westlichen Feindseligkeiten und Rassismus ringen.
Es ist ermutigend zu sehen, wie vielfältig die Themen sind, über die nigerianische Autoren gerade schreiben
Es ist nicht so, dass diese Geschichten nicht wichtig wären; nur sind es nicht unsere einzigen Geschichten. Es ist ermutigend zu sehen, wie vielfältig die Themen sind, über die nigerianische Autoren gerade schreiben. Sie tun das, weil die Schranken der Vergangenheit fallen und sie wissen, dass Verleger bereit sind, ihre Geschichten zu veröffentlichen. Wir stellen unsere eigenen Stimmen in den Mittelpunkt, und wenn diese Stimmen weiter zunehmen, werden sie Afrika an die Spitze des globalen Diskurses stellen – nicht als einen Kontinent, der durch seine Kämpfe definiert ist, sondern als einen, der Kreativität, Widerstandsfähigkeit und Innovationskraft hat. In Zukunft werden Geschichten aus Afrika nicht nur von diesem Kontinent handeln, sondern auch die Sichtweise der Welt auf sich selbst prägen. Das ist die Kraft der Literatur, und Afrika wird dabei eine Vorreiterrolle einnehmen.
Wir stellen unsere eigenen Stimmen in den Mittelpunkt
Allerdings ist das mit großen Herausforderungen verbunden. So sind wir beispielsweise auf den Widerstand westlicher Verlage gestoßen, die sich die afrikanischen Rechte an Büchern nigerianischer bzw. afrikanischer Autoren sichern wollen. Sie weigern sich, diese weiter zu lizenzieren. Wir lassen uns davon jedoch nicht beirren und werden weiterhin für unsere Autoren kämpfen, um ihre Bücher nigerianischen Lesern zugänglich zu machen – selbst wenn dies bedeutet, einen Aufpreis zu zahlen oder eingeschränkte Bedingungen zu akzeptieren, wie beispielsweise den Weiterverkauf der vom westlichen Verlag gelieferten Exemplare. Wichtig ist, dass unsere Autoren von ihren eigenen Landsleuten gelesen werden.
Aus dem Englischen von Julia Stanton