Ein Haus in Indonesien

In luftiger Höhe thront dieses Haus über dem indonesischen Regenwald 

Es gehört einer Familie der Korowai – das sind Waldnomaden, die in der Provinz Papua leben. Die Korowai wurden erst 1978 entdeckt und mit ihnen die einzigartige Bauart ihrer Häuser. Diese werden zwischen zwölf und fünfzig Meter hoch in die Baumkronen gebaut. Das hat zwei Gründe: Zum einen gibt es dort oben keine Malaria verbreitenden Moskitos, zum anderen kommt kein Feind unbemerkt hinauf – weder Mensch noch Tier. Zur Haustür führt nur eine wacklige Leiter. Trotzdem schaffen es die Korowai sowohl  ihre Babys als auch Hunde und sogar Schweine hochzubefördern.

Das abgebildete Haus beherbergt insgesamt sieben Menschen, den Familienvater, seine zwei Frauen und vier Kinder. Bald wird die Großfamilie ausziehen und ein neues Heim bauen, denn Korowai-Baumhäuser haben keine lange Lebensdauer. Im feuchten Äquatorialklima fault das Holz schnell. Wie alt ein Haus ist, kann man gut an der Zahl der Tierknochen erkennen, mit denen die Innenwände dekoriert sind: Je mehr Knochen, desto mehr gemeinsame Mahlzeiten wurden hier verzehrt. In jedem der drei Räume des Hauses gibt es eine Feuerstelle, die nachts Wärme spendet. Das ist auch nötig, denn die Korowai schlafen bis heute traditionell ohne Decken.

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